Intensivpädagogische Angebote

Warum intensivpädagogische Angebote?

"Intensivpädagogisch bedeutet bei uns, wenn jemand ganz intensiv und besonders lernt. Es ist normal, verschieden zu sein."

So unterschiedlich die Schülerinnen und Schüler sind, so unterschiedlich lernen sie auch. Damit alle Kinder und Jugendlichen bei uns lernen können, gibt es bei uns vielfältige Angebote.

Was ist das Besondere am intensivpädagogischen Angebot?

Für das intensivpädagogische Angebot stehen unseren Schülerinnen und Schülern besondere Räume zur Verfügung. Zum Beispiel der Sandraum, der Snoezelenraum und unser Inselraum.

Unterschiedliche Vorgehensweisen unterstützen das Lernen im Rahmen unserer intensivpädagogischen Angebote. So kann für den Einen eine Auszeit in unserer Oase hilfreich sein. Dem Anderen hilft eine handwerkliche Tätigkeit in unserer Serviceklasse. Oder vielleicht sind es neue Techniken aus dem Bereich "Unterstützte Kommunikation".

Unsere Schulassistentinnen und Schulassistenten begleiten dabei im Schulalltag.

Hier erhalten Sie einen Einblick in unsere intensivpädagogischen Angebote.

Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Schulprogramm.

Unterstützte Kommunikation

"Wenn einer nicht sprechen kann, kann er sich mit mir mit seinem 'Talker' unterhalten. Der spricht dann für ihn."

Warum ist Kommunikation wichtig?

Jeder Mensch hat seine ganz eigene Sicht auf die Welt. Eigene Wünsche. Eigene Bedürfnisse und eigene Gefühle. Durch Kommunikation sich anderen mitzuteilen, ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, Gemeinsamkeiten zu entdecken und andere Standpunkte kennen zu lernen.

Zur Kommunikation nutzen wir im Alltag oft die Sprache. Neben der Sprache ist die Schrift ein wichtiges Kommunikationsmittel, ein Mittel um anderen etwas von sich mitzuteilen.

Darüber hinaus gibt es noch andere Möglichkeiten, Kommunikation zu unterstützen.

Was ist Unterstützte Kommunikation (UK)?

Neben der Sprache und der Schrift gibt es noch weitere Möglichkeiten, Menschen in ihrem Bedürfnis, sich anderen mitzuteilen, zu unterstützen. Das ist Unterstützte Kommunikation (UK).

Gebärdensprache
Die Hände sind in der Gebärdensprache das Kommunikationsmittel. Handzeichen und körpereigene Gesten werden zu Worte und Sprache. Die Hände sprechen.

Bilder und Piktogramme
Fotos und Piktogrammen zeigen das, was zum Ausdruck kommen soll und bieten die Möglichkeit, sich anderen mitzuteilen.

Technische Geräte
Technische Geräte nehmen immer mehr ihren Platz in der Kommunikation ein. Einfache elektronische Hilfsmittel und komplexe Kommunikationsgeräte erweitern das Angebot und sorgen für eine differenzierte Verständigung.

Was bietet UK bei uns?

  • Alle Lehrkräfte sind im Bereich UK geschult. UK ist Teil jedes Unterrichts. 
  • Schülerinnen und Schüler, die Unterstützung in der Kommunikation nutzen, werden in den Unterricht eingebunden. Das bedeutet: Auch die anderen Kinder lernen durch den Einsatz des Kommunikationsmittels.
  • Bei Bedarf suchen wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, Eltern, Erzieherinnen und Erziehern und Therapeuten nach einem ganz persönlichen Kommunikationsgerät. Dafür bietet die Laurentius-Schule ein umfangreiches Angebot an Kommunikationsmitteln, wie Taster, Powerlink, BigMac, Step-by-Step, GoTalk`s, Any-book-reader und I-Pads mit entsprechender Kommunikationssoftware.
  • In der "Klasse-UK" lernen Schülerinnen und Schüler verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten kennen und üben sich darin. UK ist Hauptlerninhalt im Unterricht.
  • UK-spezielle Lernangebote: Mit Gebärden, Piktogrammen, Kommunikationsmappen, nichtelektronischen Hilfsmitteln und unterschiedlichsten elektronischen Kommunikationsgeräten. Die Schülerinnen und Schüler begrüßen sich, erzählen von Erlebnissen, benennen Gegenstände, Lebensmittel, Zahlen, Buchstaben, Personen und stellen Fragen.
  • Einmal in der Woche trifft sich die ganze Schule zum Gebärden-Singen.
  • Die wöchentliche Arbeitsgemeinschaft (AG) Unterstützte Kommunikation ist als zusätzliches Angebot frei wählbar. 

Unsere Schule ist Mitglied im Arbeitskreis Unterstützte Kommunikation der Bezirksregierung Detmold.
Lesen Sie mehr über unser Konzept UK im Schulprogramm.

Serviceklasse

"Das sind Schüler, die arbeiten schon richtig. Das ist gut für die. Die möchten nicht mehr so gern rechnen oder schreiben."

Gartenpflege rund um die Schule. Reparaturarbeiten und Malerarbeiten im Schulgebäude. Brennholzherstellung. Reparaturen an Fahrrädern und Kettcars. Demontage von Waschmaschinen und Elektrokleingeräten. 

Was ist das Ziel in der Serviceklasse?

Bei den Lernangeboten in unserer Serviceklasse stehen die Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Die Bewältigung einer Lernaufgabe ist das Ziel. Ganz praktisch lernen die Schülerinnen und Schüler so durch sinnvolle Aufgaben für das Leben.

Technische Geräte wie zum Beispiel ein Rasenmäher oder ein Holzspalter dienen der Steigerung der Lernbereitschaft und fördern zugleich eine achtsame Haltung. Haben die Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe in der Klasse der Laurentius-Schule abgeschlossen, erfahren sie Wertschätzung durch die Schulgemeinschaft. Dadurch erkennen sie die Wirksamkeit ihrer Tätigkeit und steigern zugleich ihren Selbstwert. Die Aufgaben werden im Team erledigt. Das schult die Teamfähigkeit. Die praktischen Aufgaben vermitteln und vertiefen Arbeitstugenden. Die Arbeiten werden an verschiedenen Lernorten durchgeführt.

Snoezelen

"Das ist zum Entspannen. Zum Runterkommen. Wenn man sich nicht gut fühlt. Manchmal wird etwas vorgelesen. Oder es gibt schönen Duft und Musik."

Warum Snoezelen wir?

Die Herausforderungen des Alltags fordern die Schülerinnen und Schüler. Achtsamkeit und ein Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung ist wichtig für ein gesundes Lernen. Ein besonderer Lernort für Entspannung ist unser Snoezelen-Raum.

Das Wort Snoezelen setzt sich zusammen aus den niederländischen Worten "Snuffelen" - das meint schnüffeln, schnuppern und "Doezelen" - das meint dösen, schlummern. Beim Snoezelen handelt es sich daher einerseits um eine Form der Entspannung und andererseits um Förderung der Sinneswahrnehmung. 

Harmonisch aufeinander abgestimmte Reize wie Lichtbänder, Blubbersäulen, Düfte und Entspannungsmusik schaffen eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Fantasiereisen, Handmassagen oder Rückenmassage schulen die Körperwahrnehmung und führen zu einer entspannten Körperhaltung. Das Snoezelen unterstützt auf wohltuende Art und Weise Körper, Geist und Seele nach einer spannenden Schulstunde wieder in Einklang zu bringen.

Sandtherapie

"Im Sandkasten finden es die Kleinen toll. Das ist wie früher am Meer, Türme bauen und schippen machen Spaß."

Was ist Sandtherapie?

Ein großer Sandkasten steht unseren Schülerinnen und Schülern als besonderer Förderraum zur Verfügung.

Mit Sand zu bauen, kleine Kuchen zu backen oder ihn leicht rieselnd auf dem Körper zu spüren. Schon Sand allein regt die Phantasie an und schult die Wahrnehmung, Er setzt Kreativität frei und regt dazu an, mit anderen Schülerinnen und Schülern spielend zu lernen. Kommt Wasser ins Spiel, entstehen weitere Fördermöglichkeiten.

Unser Sandraum bietet einen Sandkasten (3,60m X 3,60 m), natürlich zahlreiche Spielmaterialien und 5 Duschen.

Oase

"Wenn einem alles zu viel wird, kann man in der Oase ausruhen. Und ruhige Sachen machen. Was Basteln oder Nähen und Lesen. Es ist immer eine Lehrerin oder Lehrer für uns da."

Was ist die Oase?

Und wenn plötzlich alles zu viel wird und die Gefühle überhand nehmen, dann wird die Teilnahme am Unterricht eine echte Herausforderung. In solchen Momenten bietet unsere Oase den Schülerinnen und Schülern eine Auszeit.

Die Oase ist ein Raum, in dem unsere Schülerinnen und Schüler:

  • Sich zurückziehen können.
  • Sich in solchen Momenten angenommen fühlen.
  • Ihr emotionales Gleichgewicht wiederfinden können.
  • Aus der Situation gestärkt hervorgehen können.

Eine Tasse Tee, etwas Musik, beruhigende Worte oder einfach nur zuhören. So gelingt der Einstieg in ein vertrauensvolles Gespräch. Danach hilft oftmals gemeinsam die Zeit für eine Geschichte, spielen, nähen oder an der Werkbank arbeiten, Bewegungs- und Entspannungsangebote sowie das Hören von Musik, mal laut, mal leise, mal Pop, mal Klassik, um einen Weg aus dem Gefühlschaos zu finden. 

Inselraum

"Da kann ich mich mal richtig austoben, wenn es nicht mehr geht. Da kann mir nichts passieren, und es ist jemand bei mir, mit dem ich reden kann."

Welche Möglichkeiten bietet der Inselraum?

Manchmal ist es nur ein kleiner Moment. Ein Impuls, der sich aus der Anspannung herauslöst und sich durch Ärger oder Wut einen Weg bahnt. Ein Impulsdurchbruch. Auch diese Gefühle brauchen ihren Raum.

Unser Inselraum ist ein reizarmer Raum. Gepolsterte Wände ermöglichen Wut, Ärger und Aggressionen auszuleben, ohne sich zu verletzen. Den Schülerinnen oder Schülern steht in diesen Situationen eine Person ihres Vertrauens zur Seite. Aus der Erfahrung heraus erfolgt nach dem Impulsdurchbruch eine Phase der Entspannung.

Einige Schülerinnen und Schüler suchen den Raum in sehr angespannten Gefühlslagen selber auf. Danach fällt es ihnen wieder leichter, am Unterricht teilzunehmen.

Schulassistenz

"Schulassistenten helfen manchen von uns beim Lernen. Die machen mit uns den normalen Unterricht. Aber die gehen auch mal mit ihrem Schüler raus, wenn der das braucht."

Wofür Schulassistenz?

Der Schulalltag kann für Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung sein. Dann können Schulassistenten Kindern und Jugendlichen im Schulalltag zur Seite stehen, damit sie möglichst selbstständig soziale Kontakte knüpfen und aktiv am Unterricht teilnehmen können.

Schulassistentinnen und Schulassistenten unterstützen die Schülerinnen und Schüler beim Lernen. Sie arbeiten eng mit den Lehrkräften zusammen.

Im Rahmen von schulinternen Fortbildungen werden die Schulassistentinnen und Schulassistenten auf ihre Arbeit vorbereitet. Wenn es vom Kostenträger genehmigt wird, werden pädagogische Fachkräfte eingestellt. Es gibt auch Schulassistenz ohne pädagogische Ausbildung. Sie bringen aber unterschiedliche pädagogische Grundkenntnisse mit.